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küsse, PP. 'küsst

Bedeutung: küssen, wie in der Schriftsprache; Beim Satz "Darf i di küsse?" bleibt aber situationsabhängig, ob eine Umarmung mit "Küsschen" gemeint ist oder ein erotisches Küssen.
Der Vormarsch dieses hochdeutschen Verbs im Berner Dialekt ist sicher zum Einen dem Einfluss der Ostschweizer Mundarten zu verdanken, welche "küsse"/"chüsse" schon lange kennen, anderseits aber den mangelnden Alternativen: "es Müntschi gä" wirkt erstens umständlich, fast gestelzt, und hat zweitens den Nachteil, eine einmalige Handlung auszudrücken, dabei wäre vielleicht eine wiederholte gemeint. Und > "müntschele" oder gar > "vermüntschele" trifft es auch nicht genau, denn das erste meint eine gemeinsame Tätigkeit ("zäme müntschele"), das zweite eine einseitig besitzergreifende Handlung (jemanden abküssen, mit Küssen bedecken).